Bullet

Teilprojekt Digitalisierung, Arbeitsrecht und Migration

Die Digitalisierung stellt höhere Anforderungen an die Arbeitnehmenden. Diese Tatsache hat unterschiedliche Konsequenzen. Zum einen verlangt die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt – mit Ausnahme von gewissen Bereichen – nach einem höheren Spezialisierungsgrad, was gleichzeitig eine (gesellschaftliche) Abwertung von Grundlagenberufen zur Folge hat, da repetitive und einfachere Aufgaben wegrationalisiert werden.

Neben den wirtschaftlichen Folgen hat die Digitalisierung auch negative Auswirkungen auf die Arbeitsmöglichkeiten von vulnerablen Personen und bringt neue Formen von Zwangsarbeit, Arbeitsausbeutung und Menschenhandel hervor. Die Beschäftigung meist vulnerabler Menschen unter extrem ungünstigen bis hin zu ausbeuterischen Bedingungen findet in rechtlichen Nischen statt, wobei die gängigen Sanktionen in der Schweiz offensichtlich wenig abschreckende Wirkung entfalten. Insbesondere die grenzüberschreitende Mobilität wirft unter anderem arbeitsrechtliche, sozial- und steuerrechtliche und vermehrt auch ordnungsrechtliche Fragen auf, die es transnational auszuhandeln gilt. Zudem können die erhöhten Anforderungen an die Spezialisierung und Mobilität Probleme für die ältere Generation von Arbeitnehmenden mit sich bringen.

Die immer höheren Anforderungen an Aus- und Weiterbildung können zudem einen späteren Eintritt ins Berufsleben nach sich ziehen, was wiederum auf die vieldiskutierte Thematik der Sozial- und Altersversicherungen einen Einfluss haben kann. Da sich die meisten Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten in urbanen Zentren befinden, hat die mit der Spezialisierung einhergehende Mobilität auch einen Einfluss auf unsere Familienstrukturen – und somit auch auf den nicht arbeitstätigen Teil unserer Gesellschaft.

Ziele des Teilprojekts

Das Teilprojekt zielt darauf ab, die Folgen der digitalen Revolution auf die Grundrechte bei der Arbeit zu ermitteln, wobei insbesondere neue Formen der Arbeitsausbeutung sowie neue Anstellungsverhältnisse näher untersucht werden. Weiter sollen juristische sowie politische Lösungsansätze umrissen werden, damit die Grundrechte in diesem Kontext besser berücksichtigt werden können.

Meilensteine