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Schwerpunkt Menschenrechte am Arbeitsplatz

Technologie und Wirtschaft entwickeln sich in rasantem Tempo. Neue Dienstleistungen wie Uber, Airbnb, oder neue technologische Möglichkeiten wie Big Data, Sharing Economy, künstliche Intelligenz, virtuelle Realität und Supercomputer sind nur einige Beispiele dafür. Dies hat tiefgreifende und dauerhafte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Dazu kommt die demographische Entwicklung mit Geburtenrückgang, drohender Überalterung, Immigration und Emigration. Der neue Schwerpunkt „Rights at Work “ erforscht das Spannungsfeld zwischen den gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen und den künftigen Herausforderungen des Arbeitsmarkts im Kontext der Sozial- und Menschenrechte.

Tiefgreifende Veränderung der Arbeitswelt

Der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (1966 abgeschlossen und 1992 in der Schweiz in Kraft getreten) schützt die Menschen vor Ausbeutung und sichert die Erfüllung von bestimmten Ansprüchen. Er enthält unter anderem das Recht auf Arbeit, das Recht auf soziale Sicherheit, das Recht auf angemessene Lebensstandards, das Recht auf faire und günstige Arbeitsbedingungen sowie der Anspruch auf Schutz der Familie, Mutterschaft und Kinder. Die Gesetzgebung des Sozialstaates hatte diese Rechte und Ansprüche bereits im Laufe des 19. und des 20. Jahrhunderts konkretisiert, weiterentwickelt und durch Einführung des Sozialversicherungssystems gewährleistet. Dieses beruht seinerseits konzeptionell und finanziell auf den beiden Institutionen unselbständige und selbständige Arbeit.

Neue Entwicklungen im Zuge der industriellen Revolution 4.0, insbesondere im Bereich der Technologisierung und Digitalisierung, bringen tiefgreifende Veränderungen für den gesamten Arbeitsmarkt mit sich und haben Konsequenzen für unser gesamtes Wirtschafts- und Sozialversicherungssystem. Der Begriff des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin muss neu definiert werden, traditionelle bisherige Arbeitsformen verändern sich oder verschwinden ganz und neue Arbeitsfelder entstehen. Roboter oder Drohnen etwa übernehmen nicht mehr nur Arbeitstätigkeiten, die für den Menschen riskant oder monoton sind, sondern immer öfter auch anspruchsvolle Aufgaben, die besondere technische oder handwerkliche Fähigkeiten voraussetzen. Diese Technologisierung und insbesondere die Digitalisierung verlangen von Arbeitnehmenden mehr Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen sowie die Bereitschaft zur konstanten Aus- und Weiterbildung und vermehrten Mobilität. Sie tangieren nicht nur die Beziehungen in der Sozialpartnerschaft, sondern auch generell das Verhältnis der Arbeitnehmenden zum Arbeitsort und deren Verfügbarkeit; dies birgt gleichermassen Chancen und Risiken. So ermöglichen Online-Vermittlungsplattformen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehrere Tätigkeiten parallel und unter Umständen an verschiedenen Orten ausführen können (Multi-Jobbing). Dies führt nicht nur zu einer grösseren Mobilität der Arbeitnehmenden, sondern auch zu mehr Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und möglicherweise zu tieferen Preisen für die angebotenen Dienstleistungen.

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