Menschenrechtsbildung

UNO-Menschenrechtsrat verabschiedet Entwurf der UNO-Deklaration zu Menschenrechtsbildung

Bedeutung für die Praxis:

  • Heute: Zur Information
  • Künftig: Umsetzung durch die Schweiz ab 2012 (nach der Annahme durch die UNO Generalversammlung), insbesondere Entwicklung von Strategien für Menschenrechtsbildung und -training für alle Schulstufen (Kantone; EdK; Privatschulen) und die Berufsbildung/berufliche Weiterbildung (Bund / Kantone)

Am 23. März 2011 hat der UNO-Menschenrechtsrat den Entwurf einer neuen UNO-Deklaration zu Menschenrechtsbildung und -training einstimmig angenommen. Die Deklaration ist rechtlich nicht bindend. Dennoch handelt es sich bei der Verabschiedung um einen für die Menschenrechtsbildung wichtigen Schritt. Nach der Zustimmung der dafür zuständigen UNO-Generalversammlung in New York wird die internationale Gemeinschaft erstmals ein eigenes Instrument betreffend Menschenrechtsbildung und –training geschaffen haben.

Zugang zu Menschenrechtsbildung als Desiderat

In der neuen UNO-Deklaration verpflichten sich die Mitgliedstaaten, sich mehr für Menschenrechtsbildung und –training zu engagieren. Menschenrechtsbildung – so der Deklarationsentwurf – leistet einen Beitrag zur Prävention von Menschenrechtsverletzungen. „Jeder Mensch hat das Recht, alle Menschenrechte und Grundfreiheiten zu kennen und Informationen darüber zu suchen und zu erhalten, und er soll Zugang zu Menschenrechtsbildung und -training haben“, heisst es im Artikel 1 des Deklarationstextes. Bei der neuen UNO-Deklaration handelt es sich um einen breit abgestützten Text, der in der Praxis Wirkung zeigen sollte, da im Vorbereitungsprozess alle interessierten Kreise und Betroffenen ihre Positionen einbringen konnten.

Schweiz an Entstehung beteiligt

Die Verabschiedung des Deklarationsentwurfs beendet einen über zweijährigen Erarbeitungsprozess. Eine Ländergruppe bestehend aus Costa Rica, Italien, Marokko, den Philippinen, Slowenien und der Schweiz hatte im Jahr 2007 im UNO-Menschenrechtsrat einen Prozess zur Erarbeitung einer UNO-Deklaration zur Menschenrechtsbildung und -training angestossen. In der Folge schlossen sich diese Staaten zur Platform for Human Rights Education and Training zusammen. In Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft brachte die Ländergruppe die Entwicklung der Deklaration voran. An der Erarbeitung des Textes hat nebst anderen Akteuren auch das Zentrum für Menschenrechtsbildung (ZMRB) der PHZ Luzern, das im SKMR für die transversale Aufgabe der Menschenrechtsbildung zuständig ist, mitgewirkt.

Durch die Annahme der Deklaration am 23. März 2011 hat der UNO-Menschenrechtsrat diese an die UNO-Generalversammlung in New York weitergeleitet. Diese wird über die Deklaration an ihrer nächsten Session im Dezember 2011 abstimmen.

06.05.2011