Menschenrechtsbildung

Menschenrechtsbildung und Musik: Neu auch für Musiker/innen!

Weiterbildung für Musiker/innen in Menschenrechtsbildung in Zusammenarbeit mit dem Lucerne Festival als Beispiel für Multiplikatoren/-innen-Training in Menschenrechtsbildung

Bedeutung für die Praxis

  • Ab 2013 werden regelmässig Weiterbildungskurse in Menschenrechtsbildung für Musiker/innen in Zusammenarbeit mit dem Lucerne Festival stattfinden.
  • Das bereits einmal durchgeführte „Music and Human Rights Education-Program“ für Musiker/innen kann auch anderen Berufsgruppen als exemplarisches Beispiel für eine Weiterbildung zur Multiplikator/in in Menschenrechtsbildung dienen.

Idee

„Die Kunst soll als Mittel für Training und Bewusstseinsbildung im Bereich der Menschenrechte gefördert werden.“ Die UNO-Deklaration zu Menschenrechtsbildung und -training, Art. 6/2, spricht der Kunst eine Rolle für die Bewusstseinsbildung im Bereich der Menschenrechte zu.

Musikerinnen und Musiker können durch Musik Menschen verbinden, durch ihr Zusammenwirken im Orchester inspirieren und durch ihr Überwinden von politischen, kulturellen oder religiösen Grenzen deutliche Zeichen setzen. Darüber hinaus bietet sich ihnen die Gelegenheit, ihre musikalischen Auftritte weltweit auch dazu zu nützen, sich in Verbindung mit ihrer Konzerttätigkeit jeweils vor Ort für die Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit für die Menschenrechte einzusetzen, konkrete Menschenrechtsbildungsarbeit zu leisten und Menschenrechtsbildungsaktivitäten durchzuführen.

Aufgrund der Anfrage von Musikerinnen und -Musikern an das Zentrum für Menschenrechtsbildung (ZMRB) der Pädagogischen Hochschule Luzern, dass sie in der Menschenrechtsbildung aktiv werden möchten, aber nicht über die dazu notwendigen Kompetenzen verfügen, hat das ZMRB in Zusammenarbeit mit dem LUCERNE FESTIVAL eine Weiterbildung für Musikerinnen und Musiker in Menschenrechtsbildung konzipiert und durchgeführt. Diese wird künftig regelmässig für Musikerinnen und Musiker angeboten.

Verständnis von Menschenrechtsbildung

Die UNO-Deklaration zu Menschenrechtsbildung und -training beschreibt im Artikel 2, dass Menschenrechtsbildung die Adressatinnen und Adressaten dazu befähigen soll, zum Aufbau und zur Förderung einer „Kultur der Menschenrechte“ beizutragen. „Kultur der Menschenrechte“ meint ein gesellschaftliches Alltagsleben, das durch die Menschenrechte geprägt ist.

Eine „Kultur der Menschenrechte“ ist nicht nur für die Menschenrechtsbildung, sondern auch für die Durchsetzung der Menschenrechte von hoher Relevanz. Denn das Recht im Allgemeinen ist immer darauf angewiesen, dass ein entsprechendes moralisches Bewusstsein zu seiner Durchsetzung beiträgt. Musikerinnen und Musiker können in ihrem Tätigkeitsbereich mit Menschenrechtsbildungsangeboten zur Förderung einer „Kultur der Menschenrechte“ beitragen, wenn sie entsprechende Kompetenzen in Menschenrechtsbildung besitzen.

Konkretes Vorgehen

Um im Rahmen des „Music and Human Rights Education-Program“ Musikerinnen und Musiker für ihre Aufgabe als Trainer/-innen und Multiplikator/-innen der Menschenrechtsbildung zu qualifizieren, können sich die Teilnehmenden Wissen über die Menschenrechte und über Menschenrechtsbildung aneignen. Darüber hinaus erkennen sie beim eigenen Lernen, wie Menschenrechtsbildung wirkt. Sie lernen Methoden, Materialien und Instrumente im Bereich der Menschenrechtsbildung kennen und anwenden. Schliesslich bietet die Weiterbildung den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich untereinander über eigene Anwendungsmöglichkeiten des Gelernten in ihrem jeweiligen individuellen Kontext auszutauschen und zu beraten.

13.06.2013