Menschenrechtsbildung

OSZE-Richtlinien für schulische und ausserschulische Menschenrechtsbildung

Gezielte Unterstützung für die Praxis

Bedeutung für die Praxis

  • Menschenrechtsbildnerinnen und -bildner und Bildungsverantwortliche in der Schweiz können sich ab Ende 2011 auf die OSZE-Guidelines für Menschenrechtsbildung stützen, um ihre Bildungsangebote zu evaluieren, weiterzuentwickeln und zu verbessern.
  • Die Guidelines fokussieren auf die Menschenrechtsbildung in den Bereichen Sekundarschule, Polizei, Gesundheitsberufe und NGO.

Das «Office for Democratic Institutions and Human Rights» der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat die Entwicklung von Richtlinien für die Menschenrechtsbildung initiiert. Die neuen Richtlinien schlagen Regeln vor, die bei der Konzeption, Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Menschenrechtsbildung weiterhelfen können. Sie richten sich an Menschenrechtsbildnerinnen und -bildner sowie Aus- und Weiterbildungsverantwortliche in diversen Institutionen.

Neben dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, der UNESCO und dem Europarat beteiligen sich auch Expertinnen und Experten – u. a. der Bereich Menschenrechtsbildung des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte SKMR – an dem Prozess.

Vorgeschichte

2009 wurde als Ergebnis eines regionalen  Menschenrechtsbildungsforums in Vilnius von Menschenrechtsbildnern/-innen die Empfehlung ausgesprochen, Richtlinien für die Menschenrechtsbildung zu entwickeln. Diese Empfehlung wurde von der OSZE aufgegriffen und schrittweise umgesetzt, u. a. im Rahmen von Workshops in Istanbul (2009) und in Genf (2011). In vier Arbeitsgruppen wurden vier Richtlinien für vier spezifische Zielgruppen erarbeitet: Sekundarschulsysteme, Polizei, Gesundheitsberufe und Menschenrechtsaktivisten/-innen.

Die Richtlinien werden zur Zeit fertiggestellt und bis Ende 2011 online veröffentlicht. Die zielgruppenspezifischen Richtlinien unterstützen gezielt die Menschenrechtsbildungspraxis. Sie sind nicht umfassend und normativ zu verstehen, sondern wollen eine Ressource sein für die Lancierung bzw. die Weiterentwicklung von Menschenrechtsbildungsangeboten in den vier fokussierten Bereichen.

Bedeutung für die Schweiz

Menschenrechtsbildnerinnen und -bildner und Bildungsverantwortliche für die vier spezifischen Bildungsbereiche Sekundarschulsysteme, Polizei, Gesundheitsberufe und Menschenrechtsaktivisten/-innen können sich in ihrer Praxis auf die Richtlinien für Menschenrechtsbildung der OSZE stützen und so ihre Arbeit qualitativ evaluieren, weiterentwickeln und verbessern. Die Richtlinien werden kostenlos zur Verfügung stehen. Der Bereich Menschenrechtsbildung des SKMR wird mit den OSZE-Richtlinien arbeiten.

26.10.2011