Menschenrechtsbildung

Neue UNO-Deklaration zu Menschenrechtsbildung und -training einstimmig verabschiedet

Die Staaten bekennen sich an der UNO-Generalversammlung zu mehr Engagement im Bereich der Menschenrechtsbildung.

Bedeutung für die Praxis

  • Die internationale Gemeinschaft hat erstmals ein normatives Instrument geschaffen, das sich ausschliesslich der Menschenrechtsbildung widmet.
  • Die UNO-Deklaration bestätigt das Recht auf Menschenrechtsbildung.
  • Die UNO-Deklaration dient als konzeptionelle Orientierungshilfe für die Praxis.
  • Die UNO-Deklaration versteht die Menschenrechtsbildung als Beitrag zur Durchsetzung der Menschenrechte.
  • Die neue UNO-Deklaration hält fest, dass die Menschenrechtsbildung für alle möglichen Bildungskontexte relevant sei, vom Vorschulunterricht bis zur Universität.
  • Die UNO-Deklaration legt die primäre Verantwortung in die Hände der Staaten, anerkennt aber gleichzeitig den Beitrag der Zivilgesellschaft zur Menschenrechtsbildung.

Die UNO-Deklaration zu Menschenrechtsbildung und -training postuliert ein Recht auf Zugang zur Menschenrechtsbildung. Die Deklaration bestätigt damit diejenigen internationalen Rechtstexte, in denen das Recht auf Menschenrechtsbildung verankert ist. Gleichzeitig geht sie aufgrund ihres ausschliesslichen Fokus‘ auf Menschenrechtsbildung, ihres konzeptionellen Beitrags und ihres umfassenden Charakters über die bisherigen Bestimmungen hinaus.

In Weiterführung des bisherigen UNO-Verständnisses werden die Adressaten/-innen von Menschenrechtsbildung sehr breit verstanden. Die explizite Aufzählung von allen möglichen Bildungskontexten für Menschenrechtsbildung in Art. 3 Abs. 2 gewährleistet, dass kein Bildungsbereich bei der praktischen Umsetzung der Deklaration aus dem Fokus fällt.

Die Verantwortung für die Umsetzung der Deklaration liegt primär bei den Staaten; gleichzeitig sind diese aufgefordert, alle relevanten Akteure inklusive der Zivilgesellschaft einzubeziehen. Darüber hinaus wird deren eigenständige Rolle in der Förderung der Menschenrechtsbildung anerkannt. Dieser kooperative Ansatz schränkt die Verantwortung der Staaten in keiner Weise ein.

Die Staaten werden ermutigt, getroffene Massnahmen im Bereich der Menschenrechtsbildung in ihrer Berichterstattung an die internationalen Menschenrechtsgremien zu dokumentieren. Insofern werden sie rechenschaftspflichtig, wenn sie in diesem Bereich nichts unternehmen. Ausserdem sind die Staaten aufgefordert, die nötigen Ressourcen für die Umsetzung der Deklaration zur Verfügung zu stellen.

Der Bereich Menschenrechtsbildung des SKMR, der am Prozess der Ausarbeitung der Deklaration mitgearbeitet hat, wird versuchen, zur Umsetzung der neuen Deklaration in der Schweiz beizutragen.

01.02.2012